Die Turmuhr der St.-Bartholomäus-Kirche
- Herstellung: Das aktuelle mechanische Uhrwerk wurde 1909 von der Firma Otto Fischer aus Meißen installiert[cite: 165].
- Technische Leitung: Die Fertigung erfolgte unter der Leitung von J. Hummel, der auch die Anlage der Schwesterkirche in Sora lieferte[cite: 166, 167].
- Ausstattung: Die Mechanik umfasst drei weithin sichtbare Zifferblätter sowie zwei Hammerwerke für den akustischen Zeitschlag[cite: 168].
- Antrieb: Das Werk wird durch drei schwere Gewichte angetrieben[cite: 168].
- Modernisierung (2001): Umfassende Restaurierung durch die Firma Uhrentechnik Andreas Vogler; Installation eines Elektroaufzugs nach dem Endloskettenprinzip zur Schonung des Gangwerkes[cite: 173].
- Visualisierung: Seit 2002 schützt ein Gehäuse aus Holz und Glas (gefertigt von Martin Seyrich) die Technik und macht die Abläufe für Besucher sichtbar[cite: 176].
- Status: Die restaurierte Uhr ist seit Dezember 2022 wieder vollumfänglich in Betrieb[cite: 176].
Architektur und Geschichte der Kirche
- Bauzeit: Errichtung des barocken Neubaus zwischen 1737 und 1739 auf Veranlassung des Kammerherrn Johann August von Ponickau[cite: 186].
- Architekt: Johann Christian Simon, ein Schüler von Matthäus Daniel Pöppelmann[cite: 186].
- Besonderheit des Turms: Der Entwurf basiert auf einer Originalzeichnung Pöppelmanns[cite: 187].
- Standort: Die Kirche liegt exponiert auf einer Hügelkuppe, die seit circa 825 Jahren kirchlich genutzt wird[cite: 160, 184].
Sakrale Innenausstattung
- Bildhauerarbeiten: Die Gestaltung übernahm der sächsische Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae[cite: 189].
- Taufengel (1738): Ein freischwebender Engel, der mittels einer Seilwinde für Taufen herabgelassen wird[cite: 190].
- Kanzelsanduhr (1739): Ein seltenes Objekt mit vier Glaszylindern, das zur Überwachung der Predigtzeit und Koordination der landwirtschaftlichen Arbeitsabläufe diente[cite: 194, 197].
- Kriegsschäden: Im Mai 1945 wurden Teile des Inventars, darunter das Altarbild und der Taufstein, durch sowjetische Truppen beschädigt oder zerstört[cite: 235, 244].
Historisches Umfeld: Kirchberg und Schloss
- Pfarrhaus (Kirchberg 5): Ein Bau von 1740 mit Kellergewölben aus dem 15. Jahrhundert und markantem Mansardwalmdach[cite: 202].
- Friedhof: Grabstätte der Patronatsfamilien von Ponickau und von Carlowitz sowie Mahnmal für einen unbekannten sowjetischen und einen polnischen Soldaten (gefallen 1945)[cite: 192, 206, 208].
- Schloss Röhrsdorf: Ehemaliges Rittergut, 1890 nach Brand im historistischen Stil wiederaufgebaut; heute Sitz einer Künstlerkommunität[cite: 216, 217, 219].
- Röhrsdorfer Grund: Eine ab 1771 angelegte Parkanlage im englischen Stil[cite: 217].
- Geographie: Röhrsdorf gehört seit 1994 zur Gemeinde Klipphausen im Meißner Hochland[cite: 228].