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Pfarrweg 3B, 01665 Klipphausen OT Naustadt

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Kirche zu Naustadt

Kirche zu Naustadt

Hinzugefügt: 24.04.2026

Die Kirche Naustadt: Historischer Überblick

  • Gründung: Vermutlich um 1160 im Zuge der Kolonisation als Siedlerkirche mit Friedhof entstanden.
  • Adelseinfluss: Über Jahrhunderte durch das Geschlecht derer von Miltitz geprägt.
  • Bauphasen: Umbau des Langhauses 1581; Turmneubau 1713–1717 unter Leitung von Johann Gottfried Fehre.
  • Brandkatastrophe: 1846 zerstörte ein Großbrand den Kirchturm und Teile des Dorfes.
  • Heutiger Turm: 1847 in der aktuellen Form mit einer Höhe von 48 Metern und spitzer Haube wiedererrichtet.

Die Turmuhr von J. G. Golde (1848)

  • Hersteller: Gefertigt 1848 vom Meißner Meister J. G. Golde.
  • Technik: Übergangswerk zwischen traditionellem Schmiedehandwerk und moderner Präzisionsmechanik mit robustem Gussrahmen.
  • Besonderheit: Ungewöhnlich langes Pendel von ca. vier Metern Länge für eine gleichmäßige Ganggenauigkeit.
  • Restaurierung: 2002 umfassend instand gesetzt; Umstellung auf ein automatisches Aufzugssystem nach dem Endloskettenprinzip.
  • Anzeige: Steuerung von vier Zifferblättern, die weithin im Meißner Hochland sichtbar sind.

Glocken und Geläut

  • Kriegsverluste: Abgabe der großen Bronzeglocken zu Rüstungszwecken im Jahr 1942.
  • Historische Glocke: Die Glocke „Spes“ (Hoffnung) aus dem Jahr 1923 blieb als einzige erhalten.
  • Neuanfang: Seit 2014 verfügt die Kirche wieder über ein vollständiges Bronzegeläut (Gesamtgewicht 1.724 kg).

Kunsthistorische Ausstattung

  • Altar: Prächtiger Epitaphaltar aus dem Jahr 1607.
  • Porzellankunst: Weltberühmtes Kaendler-Epitaph von 1738, geschaffen vom Meißner Porzellanmeister Johann Joachim Kaendler.
  • Renaissance-Werke: Taufstein (1597) und Kanzel (1596) von Hans Köhler dem Älteren.

Umgebung und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrhof: Historisches Ensemble am Pfarrweg 3B aus dem 18. Jahrhundert mit markantem Fachwerk und der Figur des „Wilden Mannes“.
  • Lage: Gelegen im linkselbischen Meißner Hochland, geprägt durch Drei- und Vierseithöfe.
  • Tourismus: Anbindung an den Zille-Radweg; weitläufige Obstbau-Alleen prägen das Landschaftsbild.
  • Nachbarschaft: In Sichtweite befinden sich die Schlösser Batzdorf und Scharfenberg.
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