Das Belvedere und die Turmuhr
- Architektur: Achteckiger barocker Zentralbau mit Zeltdach und bekrönender Laterne.
- Standort der Uhr: Die Turmuhr ist in der Laterne des Gebäudes untergebracht und bildet den optischen Fixpunkt der barocken Gartenanlage.
- Optik: Rundes Zifferblatt, weithin sichtbar über die Terrassen und Treppen des Schlosses.
- Bedeutung: Die Uhr dient als zentraler Orientierungspunkt der gesamten architektonischen Mittelachse des Ensembles.
Baugeschichte und Architektur
- Entstehung: Erbaut zwischen 1727 und 1729 als Teil des Alterssitzes für Reichsgraf Christoph August von Wackerbarth.
- Architekt: Entworfen von Johann Christoph Knöffel, einem bedeutenden Vertreter des Dresdner Barocks.
- Wandlungen: Ursprünglich rein barock, erfuhr das Gebäude im 19. Jahrhundert Umgestaltungen (Renaissance-Elemente) und wurde zwischen 1917 und 1923 durch Georg Heinsius von Mayenburg rebarockisiert.
- Besonderheit: Im Inneren befindet sich eine dekorative Ausmalung aus dem Jahr 1885.
Die nähere Umgebung
- Wackerbarthberg: Steillagen-Weinberg unmittelbar hinter dem Belvedere mit rund 25.000 m² historischen Trockenmauern.
- Jacobstein: Ein runder Weinbergspavillon von 1742, der oberhalb des Belvederes in den Weinbergen thront.
- Barockgarten: Eine nach französischem Vorbild gestaltete Anlage mit strenger Symmetrie, Wasserspielen und Sandsteinskulpturen.
- Nachbarschaft: In direkter Nähe befinden sich weitere historische Weingüter wie das Haus Fliegenwedel.
Heutige Nutzung und Erleben
- Sächsisches Staatsweingut: Sitz des ersten Erlebnisweinguts Europas mit Sekt- und Weinmanufaktur.
- Besucherzentrum: Moderne gläserne Manufaktur als architektonischer Kontrast zur barocken Substanz (eröffnet 2002).
- Inschrift: Eine markante Sandstein-Inschrift an der Terrassenmauer thematisiert die Vergänglichkeit der Menschengeschlechter im Fluss der Zeit.
- Tourismus: Jährlich ca. 190.000 Besucher nutzen das Areal für Verkostungen, kulturelle Veranstaltungen und Wanderungen.