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Pestalozzistraße 6, 01445 Radebeul

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Rathaus - Radebeul

Rathaus - Radebeul

Hinzugefügt: 20.04.2026

Baugeschichte und Architektur

  • Bauzeit: Errichtung zwischen 1899 und 1900 (Grundsteinlegung im August 1899).
  • Architekt: Entwurf von Gustav Reinhold Hänichen im Stil der deutschen Neorenaissance.
  • Hintergrund: Ersatz für die dezentrale Verwaltung, die zuvor in privaten Wohnräumen der Gemeindevorstände stattfand.
  • Besonderheiten: Repräsentativer Putzbau mit Stufengiebel, polygonalem Eckerker und einem Ratssaal mit Wandgemälden von Walter Witting sowie Glasfenstern von Josef Goller.

Die Turmuhr und der Dachreiter

  • Position: Zentraler Dachreiter mit Welscher Haube auf der Mitte des Walmdaches.
  • Installation: Die Uhr wurde im Jahr 1900 in Betrieb genommen (Inschrift am Giebel: „An. Dom. 1900“).
  • Technik: Vermutlicher Hersteller ist die Firma Bernhard Zachariä (Leipzig), ein damals führendes Unternehmen für Turmuhren.
  • Sanierung: Umfassende Instandsetzung von Dachreiter und Uhrwerk zwischen 1991 und 1996.

Historische Bedeutung und Ereignisse

  • Industrieller Aufstieg: Das Gebäude markiert den Wandel Radebeuls vom Weindorf zur prosperierenden Industriestadt um 1900.
  • Zweiter Weltkrieg: Im April 1945 erfolgte hier die friedliche Übergabe der Stadt an die Rote Armee durch Vermittlung von Ilja Bela Schulmann.
  • Nachkriegszeit: Nutzung als Sitz der sowjetischen Stadtkommandantur bis 1948, danach Rückkehr der deutschen Verwaltung.

Städtebauliches Umfeld

  • Robert-Werner-Platz: Der ehemals asphaltierte Vorplatz wurde in eine Grünanlage mit Obstwiese und Spielmöglichkeiten umgestaltet.
  • Nachbarschaft: Unmittelbare Nähe zur Pestalozzischule, dem Gymnasium und den historischen Villenvierteln der Gebrüder Ziller.
  • Kultureller Kontext: Das Rathaus liegt im Einzugsgebiet der Villa Shatterhand (Karl May) und der Weinberge der Lößnitz.
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