Standort und Bedeutung
- Adresse: Weinbergstraße 10, 01445 Radebeul-Oberlößnitz.
- Lage: Eingebettet in die sächsische Elbtalebene, unterhalb der Steillagen des „Radebeuler Goldenen Wagens“.
- Status: Das Ensemble steht als bedeutendes Zeugnis der barocken Winzerarchitektur unter Denkmalschutz.
Bauhistorische Entwicklung
- Kernbau (um 1650): Errichtung des Südflügels als Winzerhaus aus Bruchstein und Fachwerk.
- Erweiterung (um 1720): Bau des Nordflügels und des markanten achteckigen Eckturms unter Johann Joachim Ossenfeld.
- Besonderheit: Der Turm verbindet beide Flügel und verfügt über eine aufwendige Illusionsmalerei an der Fassade.
- Spätbarocke Umgestaltung (1792): Carl Christian Meinhold verleiht dem Gebäude seinen Namen und den charakteristischen Zopfstil.
Die Turmuhr und die Glocke
- Installation (1750): Einbau durch den Landbauschreiber Ossenfeld.
- Mechanik: Seltene Einzeigeruhr, die lediglich die Stunden anzeigt – eine bewusste Beibehaltung traditioneller Zeitmessung.
- Symbolik: Die Glocke im Turm diente als Zeichen bürgerlicher Repräsentation und weithin hörbares Zeitsignal für die Weinbergarbeiter.
- Wetterfahne: Die Turmspitze ziert die Glücksgöttin Fortuna mit einer Weintraube und dem Monogramm der Familie Meinhold.
Das Ensemble und die Umgebung
- Torbau (um 1800): Repräsentative Sandsteinfreipfeiler mit Putten-Skulpturen, die den Sommer und Winter symbolisieren.
- Villa (1850er): Ergänzung des Geländes durch ein östliches Landhaus im toskanischen Stil (Architekt Carl Eduard Johne).
- Nachbarschaft: Unmittelbare Nähe zum kurfürstlichen Weingut Hoflößnitz (Ersterwähnung 1401).
Restaurierung und heutige Nutzung
- Gefährdung: Nach 1945 drohte dem Anwesen durch Leerstand und Materialmangel der Verfall.
- Rettung (ab 1975): Umfassende Sanierung durch den Dresdner Zwingerbaumeister Ulrich Aust.
- Auszeichnung (2007): Verleihung des Radebeuler Bauherrenpreises für die denkmalgerechte Instandsetzung.
- Aktuell: Betrieb als familiengeführtes Weingut mit Weinstube, Gartensalon und aktivem Weinanbau.